Campanile + Michetti Architekten

Architekt

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Aarstrasse 42, 3000 Bern, Schweiz

Lage

Beschreibung


Ihr Verantwortungsgebiet umfasst die Leitung anspruchsvoller Objekte in allen Baubereichen. Sie haben Erfahrung als Bauleiter/in und verfügen über ein ausgeprägtes, kundenorientiertes Qualitäts- und Kostenbewusstsein. Wir bieten Ihnen interessante Projekte und eine hohe Eigenverantwortung.

Wir suchen zur Verstärkung unseres Teams per sofort oder nach Vereinbarung eine/n qualifizierte/n Architekt/-in für die selbständige Planung und Realisierung von anspruchsvollen, komplexen Bauvorhaben. Sie sind einsatzfreudig und interessiert an der Planung und Umsetzung von architektonischen und konstruktiven Ideen und verfügen über eine fundierte Berufserfahrung.

Das bestehende Heim ist in hohem Mass sanierungsbedürftig und entspricht weder den heutigen Bedürfnissen noch den Zielgrössen der kantonalen Vorgaben. Mit dem Verfahren sollte eine räumlich und städtebaulich hervorragende Gesamtlösung gefunden werden, die einen Beitrag zum Thema altersgerechtes Wohnen liefert. Die Teilnehmer hatten sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob die 9–12 Wohnbereiche zu max. 15 Zimmern z. T. in bestehenden Trakten oder aber nur in Neubauten zu realisieren seien. Ebenso musste geprüft werden, ob der Bau allenfalls in zwei Etappen ausgeführt werden soll. Ziel war der Bau eines Heims mit hoher gestalterischer und funktionaler Qualität der Wohn- und Aussenräume, die als Gesamtes zu gestalten waren. Den besonderen Bedürfnissen älterer Personen, von Hochbetagten, Pflegebedürftigen und Demenzkranken war mit der Gesamtanlage, den Wohnbereichen und den Pflegezimmern Rechnung zu tragen. Je zwei Wohnbereiche sollten horizontal verbunden sein, die Nebenräume waren zentral anzuordnen, die Flächen für Aufenthalt und Essen haben zusammen zu hängen. Nur notfalls sollte das Nutzungsmass (heute IIIc) um ein Stockwerk erhöht werden.

Die Burgergemeinde Bern liess 1907–09 von den Architekten Lindt und Hoffmann ein representatives Konzert- und Gesellschaftshaus erstellen, das seine Aufgabe bis heute im Wesentlichen beibehalten hat. Die Kombination von Konzertbetrieb mit Grossrestaurant war seit jeher nicht unproblematisch; zahlreiche Eingriffe im Laufe der Zeit, die jeweils nur Teilprobleme lösten, haben abschnittsweise ungünstige organisatorische, und baulich und räumliche Situationen geschaffen. Die Burgergemeinde schrieb daher eine Thesenkonkurrenz aus, um erstmals seit der Eröffnung des Casinos ganzheitlich die Erfordernisse der verschiedenen Nutzungen und die Funktionsabläufe zu überprüfen. Dabei ist die Haustechnik weitgehend zu ersetzen. Zudem ist das Casino ein wichtiges Baudenkmal, das auch im Inneren grosse Bereiche der wertvollen Originalausstattung erhalten hat; dieser besondere Wert ist entsprechend zu berücksichtigen. Gefragt waren nicht eigentlich konkrete Projektvorschläge, sondern Ideen und Konzepte für die Aufwertung des Casinos und die bauliche Umsetzung der Nutzungs- und Entwicklungsstrategie 2020.

Auf Grund eines längeren Entscheidprozesses beschloss der Gemeinderat, zur Erweiterung des Schulraums und zum Bau einer Mehrzweckhalle auf dem Areal der Primarschule einen Studienauftrag an mehrere Architekten zu vergeben. Ziel war, eine ortsbaulich, architektonisch, betrieblich und wirtschaftlich überzeugende Gesamtlösung zu erarbeiten. Die Erweiterung des Schulhauses bzw. ein ergänzender Neubau für sechs Klassen waren zu studieren, die Verträglichkeit der Mehrzweckhallen-Varianten als Doppel- oder Dreifach-Sporthalle zu prüfen und zu bewerten und die bestehenden und neuen Aussenräume zu stärken. Das direkte Gespräch mit den Planenden erlaubte die Optimierung der Lösungen, auch den Entscheid über den Hallentyp. Mit den Beurteilungskriterien wurden ortsbauliche, aussenräumliche und architektonische Qualitäten geprüft, die Funktionalität, die nachhaltige Konstruktion und die Wirtschaftlichkeit. Anlässlich der Zwischenbesprechung für die Weiterbearbeitung unseres erstprämierten Vorschlags formulierte die Jury klare Vorgaben.

Das Schloss Toffen ist ein Herrschaftssitz, dessen Gestalt im Lauf der Zeit mehrfach gründlichst verändert worden ist. Heute gliedert er sich in einen Ehrenhof im Osten und einen Wirtschaftshof gegen Westen. Der Westhof wird im Osten aus der Wehrmauer, im Süden aus einer Remise längs der hohen Gartenmauer und im Norden aus dem Turm des 17. Jh. sowie einem eingeschossigen Flügel geformt. Dieser Flügel war um 1820 neu gebaut worden und wies irreparable Setzungsschäden auf, die zum Abbruch zwangen. Auch am Turm war der Bauunterhalt aufgelaufen.

Der private Bauherr beabsichtigte, diese brachliegenden Bauten zu restaurieren und neu zu nutzen. Eine Parallelprojektierung brachte den Zuschlag dank der Klarheit des gewählten Raum- und Erschliessungs-konzepts, die Herforhebung der Qualität der Räume, der Unterordnung des Neubaus sowie anderer denkmalpflegerischer Aspekte. Im Laufe der Weiterentwicklung wurde, in Zusammenarbeit mit dem Denkmalpfleger, das Fassadenkonzept, das mehr dem Remisenbau glich, überarbeitet. Die veredelte Beton-konstruktion konnte 2013/14 mit dem Umbau und der Restaurierung des Turms ausgeführt werden. Sie wiederholt in zeitgenössischen Formen das Volumen des Altbaus und enthält den grosszügigen, gegen Süden und Westen gerichteten Wohnraum, wo eine gedeckte Terrasse vorgelagert ist. Die frei im Raum stehende Treppe führt in’s Dachgeschoss mit dem gewesteten Raum und den Nassräumen gegen den Turm. Mit präziser Fuge ist der Neubau vom Turm abgesetzt, mit verglaster Passerelle aber mit ihm verbunden: Die alte Erdgeschoss-Schlossküche, ein Raum mit wuchtiger Balkendecke, ist neue Wohnungs-küche. Die schlanke Wendeltreppe führt in einen hohen Raum, in die ehem. Obergeschossküche. Alte Kücheneinrichtungen des 18. Jh. blieben hier erhalten, neu gefundene Wandekorationen der Zeit um 1600 reden von der hohen Geschichtlichkeit des Orts. Eine Sanitärzelle und ein Schlitzfenster gegen Norden, gleich wie in der Küche darunter, sind neue Elemente. Die Treppe schraubt sich weiter in die Turmstube mit ihren Fenstern in allen Richtungen, eine elementare Kammer auf quadratischem Grundriss.

Die Restaurierung hat dem Turm seine alte Kraft effektiv durch die statische Sanierung und im Aussehen  durch die Restaurierung wiedergegeben. Stehendes und liegendes Prisma aus Turm und Westflügel sind als spannungsvolles Paar von 1673 und 2014 wieder erstanden, der gegen Westen offene Hof hat seine klare Form behalten und setzt eine räumlich grosszügige Geste der Barockzeit ins 21. Jh. fort. In der unortho- doxen Wohnung, in der die Nutzung der Räume nicht prädestiniert ist, reichen sich die Zeiten die Hand.

Die Kirche Rüschegg, entstanden im frühen 19. Jh., liegt auf dem höchsten Punkt einer sanft ansteigenden Hügelkuppe als weithin sichtbares Wahrzeichen. Das davor in den 1960er Jahren errichtete Aufbahrungs-gebäude ist zu klein, in schlechtem Zustand und nimmt sich aus wie eine überdimensionierte Doppelgarage. Für den ersten Teil der Trauerfeiern, der im Freien stattfindet, gibt es keinen Wetterschutz. Die Gemeinde Rüschegg plante daher für diesen Zweck einen würdigen Ersatzbau. Er sollte ausserdem auch für den kirchlichen Unterricht und weitere Anlässe dienen. Ausser einem Mehrzweckraum waren auch ein Aufbahrungsraum samt Vorzone und die technischen Lager- und Nebenräume zu planen, zudem ein Vorplatz von 100m2, teilweise mit Witterungsschutz.

Die einzigartige Lage der Kirche erforderte eine äusserst sorgfältige Situierung und architektonische Gestaltung des Mehrzweckhauses. Es hat sich der Kirche unter- und der Baugruppe einzuordnen, wichtig ist auch die Materialisierung unter Berücksichtigung des engen Kostenrahmens.

Vor und während dem 2015 abgeschlossenen Umbau des Altstadthauses nahmen Denkmalpflege und Archäologie die Gelegenheit wahr, seiner Baugeschichte auf die Spur zu kommen; auf die Ergebnisse konnte während der Ausführung reagiert werden. Das Haus hat eine für die Altstadt charakteristische Baugeschichte: Kleiner mittelalterlicher Kernbau in der Parzellentiefe, Vergrösserung auf die innere Laubenfront im 15. Jh., Neubau der um die Tiefe der Laube hinausgeschobenen Fassade im früheren 17. Jh., Aufstockung und Dachanhebung im 18. und 19. Jh. Kein logischer, sondern ein gewachsener Bauvorgang! Komplizierte Niveauverhältnisse, unterschiedliche Konstruktionen, Partialerschliessungen und eine Fülle von alten Raumauskleidungen verlangten unkonventionelle und individuelle Verhaltensweisen, wollte man das Haus für heutige Ansprüche aufrüsten, ohne den historischen Wert und das Timbre der charaktervollen festen Ausstattung zu verlieren.

Ein zentraler Entscheid war, die in der Bauphase der Fassade entstandene Wendeltreppe im Lichtschacht sowohl in den Keller hinunter wie auch in das später hinzugefügte 3. Obergeschoss und das Dachgeschoss zu verlängern. Gleichzeitig führte man aber dem sie begleitenden Schacht wieder Tageslicht zu, so dass dieses wichtige Strukturelement erlebbar ist und den internen Räumen Helligkeit spendet. Dies obwohl der Schacht auch die Brücken aufnimmt, die den Tagesbereich im gassenseitigen und den Nachtbereich im rückwärtigen Wohnungsteil zusammenbinden. Im Nachtbereich sind die Sanitäreinrichtungen in Boxen eingestellt. Die Küchen blieben dort, wo sie immer lagen, hinter dem Gassenzimmer. Mit Sorgfalt sind Oberflächen, die den Charme und das Individuelle der Wohnungen bestimmen, in Stand gestellt worden, Decken und Putzflächen aus allen Jahrhunderten seit dem Spätmittelalter, Friesböden und Tafelparkette, Fugenbänder der Kellertonne, Beschläge und Malereien. Das Neue – Schachtfronten der Küche, Brücken, Sanitärboxen, Verbindungstreppen – erhielt undemonstrativ gestaltete zeitgenössische Formen und Materialien. Ein Haus, das noch vor nicht allzu langer Zeit als nicht sanierungsfähiges Abbruchobjekt gegolten hätte, hat dank intensiver Lösungssuche, geduldiger Detailplanung und sorgfältiger Bauführung nicht nur an Wohn- und Verkehrswert gewonnen, sondern in erster Linie an ideellem Wert.

Das Stadttheater Solothurn liegt am Südrand der Altstadt an prominenter und exponierter Lage zwischen Palais Besenval und Landhaus und in der Nähe anderer wichtiger Baudenkmäler. Das Theater hat eine bewegte Baugeschichte hinter sich, seine Anfänge reichen in’s frühe 18. Jh. zurück, der letzte Umbau erfolgte 1936. Die Bausubstanz war hochgradig sanierungsbedürftig und die Bedingungen für den Betrieb mussten dringend verbessert werden. Durch den Kauf eines benachbarten, unter Schutz stehenden Hauses ergab sich eine Erweiterungsmöglichkeit. Mit dem Wettbewerb sollte ein zeitgemässer Theaterbetrieb gewährleistet werden, wobei die denkmalpflegerischen Vorgaben ebenso zu berücksichtigen waren, wie die sicherheitstechnischen Erfordernisse, das Raumklima, die Wirtschaftlichkeit in der Bauinvestition und im Betrieb, namentlich auch im Energieverbrauch.

Der 1764/66 erbaute «Goldene Adler» folgte nicht dem damals für Gasthöfe üblichen Galerientypus, sondern dem barocken Stadtpalais, wie es in Bern im 18. Jh. errichtet worden war: Gassenseitig ein Hauptsalon, eingefasst von Kabinetten, rückseitig ein einheitlich fassadierter Hof, flankiert von je einem Raum, dazwischen die Erschliessungszone mit zwei im Rang unterschiedlichen, mittels Antichambre verbundenen Treppenhäusern. Der Funktion entsprach die Anlage einer Kutschpforte in der Hausmitte, deren Achse sich bis ins Hinterhaus erstreckte und erlaubte, Pferde und Kaleschen durch das Haus in die dortigen Stallungen und Remisen zu führen.

Neben statischen Mängeln führte vor allem die Überformung dieses Grundrisstyps beim Umbau zum Hotel im 19. Jh. und namentlich in den 1950er Jahren zu massiven und unkoordinierten Eingriffen, die das Haus völlig verunklärten und über die Grenze belasteten.

Durch sorgfältige Analyse konnte die überzeugende ursprüngliche Grundrissstruktur eruiert werden, in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und der Bauherrschaft gelang es, dafür sinnvolle Nutzungen und die Wege zu finden, wie diese Raumstrukturen zu einem funktionierenden Ganzen wiederhergestellt und nutzbar gemacht werden konnten. Der Bau kam dem insofern entgegen, als dass sich das alte grosszügige Grundrisskonzept für angenehme Gasträumlichkeiten und für herrschaftliche Wohnungen eignete. Das spannungsvolle Raumgefüge samt dem nun überglasten Hof ist für die Gäste erlebbar und verhilft den Wohnungen auch mit Aussenräumen zu einem Komfort, der die Investitionen rechtfertigt.

Hauptaufgaben waren die Ausräumung der zahllosen Einbauten, die statische Sanierung, die unter Beibehaltung oder  Wiederherstellung des robusten Systems der preussischen Kappendecken, einer Frühform der  Hourdisdecke, zu bewerkstelligen war, die Rekonstruktion herausgebrochener Bauglieder und die Installation der heute benötigten Haustechnik für ein Restaurant – eine besondere Herausforderung. Dank der Unterkellerung des Hofes und der Hofflügel, ein nicht einfaches Unterfangen, konnte dafür der nötige Raum gewonnen werden. Die Oberflächen, soweit noch vorhanden oder unter den Verkleisterungen der 50er Jahre wiedergewonnen, wurden mit grosser Sorgfalt restauriert, selbstverständlich auch die überaus wirksame Hauptfassade mit dem rauschenden Rokokogitter, alle Hoffassaden und die rückwärtigen an der Junkerngasse. Für alle neuen Elemente wurden zeitgenössische Formen gesucht, die sich in der Materialisierung vom historischen  Bestand abheben, aber sich auch einfügen. Die Rückgewinnung eines herausragenden Baudenkmals, dem man übel mitgespielt hatte, ist ein grosser Gewinn für den Bestand der Berner Altstadt.

„Besonders hervorzuheben ist die Wiederherstellung der historischen Gebäudestrukturen, ihre Übernahme im erweiterten Kellergeschoss, die Wiederherstellung der Raumausstattung anhand sorgfältiger Recherchen und das initiative Vorgehen im Umgang mit teilweise stark beanspruchten Primärstrukturen.“

Seitlich des repräsentativen und dominant plazierten alten Hauptbaus aus der Zeit um 1930, einem Pionierbau der Moderne, waren mit dem Verfahren die Grundrissorganisation und die architektonische Definition der Baukörper und ihre Umgebung zu studieren. Als Grundlage diente eine Überbauungsordnung, welche Baufelder festlegte. Ziel war, für Menschen mit erhöhtem Sicherheitsbedürfnis erschwinglichen Mietwohnraum zu schaffen. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollten jederzeit mit Notruf professionelle medizinische Betreuung anfordern und von der bereits vorhandenen Infrastruktur profitieren können.

Ihre Wohnungen waren unfallsicher und barrierefrei zu planen. Die Hauskonzeption und die Umgebungsorganisation der Gesamtanlage hatten die soziale Integration zu fördern und den Wohnenden freie Beweglichkeit zu ermöglichen, dies bei überdurchschnittlichen Schutzvorkehren.

Die Gemeinde Worb als Grundeigentümerin plant, auf dem Areal, hart an der zentralen Kreuzung der Durchgangsstrassen, eine qualitätsvolle Überbauung zu realisieren. Das heute als Parkplatz genutzte Gebiet soll aufgewertet werden, das ortsbauliche Muster, das hier eine Lücke aufweist, ist sinnvoll und stimmig zu schliessen. Ausser der Filiale eines Lebensmitteldiscounters sollten auch Räume für Dienstleistungen, vor allem aber Wohnungen und Alterswohnungen geplant werden. Allfällige Synergien mit der angrenzenden Sportanlage Hofmatt, deren Zugänge über das Areal zu führen sind, waren zu studieren und Schnittstellenfragen zu klären. Die Parkierung war nachzuweisen. Durch den frühzeitigen Einbezug von Realisierungsträgern sollte das Vorhaben rasch verwirklicht werden. Neben der architektonischen Beurteilung hatte eine vergleichende Kostenschätzung das Optimierungs- und Ertragspotential zu ermitteln. Die Beurteilungskriterien forderten eine überzeugende Gestaltung, Bezug zur Siedlung, architektonische und organisatorische Qualitäten sowie gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Das Haus Bregger am exponierten Südabschluss der Altstadt an der Aare erstreckt sich bis in die rückwärtige Löwengasse. In der langen Baugeschichte, die bis um 1500 zurückreicht, entstand aus einer zweiteiligen Ökonomie- und Lageranlage mit Innenhof 1896 schliesslich ein vereinheitlichter Baukörper unter riesigem Mansarddach, der zu Wohnzwecken und als Lagerhaus diente. Ziel des Wettbewerbs war es, die vorhandene Bausubstanz neu und besser zu nutzen. Dabei waren auf Grund von Vorgaben der Denkmalpflege die wesentlichen historischen Strukturen zu erhalten, ausser den Fassaden namentlich die teilweise sehr alten Elemente, die die Baumasse in die Tiefe gliedern. Der ehemalige Innenhof konnte zur Belichtung der grossen Haustiefe wieder freigestanzt und schwache Binnenstrukturen und der leichte Dachstuhl konnten ersetzt werden. Nutzungsvorgaben waren ein Gastronomiebetrieb und Wohnen.

Die Geschichte und die Baugeschichte der Insel reichen in prähistorische Zeit zurück, sie war römischer Kultort, später war sie burgundisches Machtzentrum, Kloster, Cluniazenserpriorat. Nach der Reformation kam sie in den Besitz der Fürsorgeinstitution Grosses Spital in Bern, heute Burgerspital, und somit in den Besitz der Burgergemeinde Bern. Wer hier baut, reiht sich ein in eine lange Tradition, beschäftigt sich mit Räumen, die nach Rousseaus Aufenthalt ein Pilgerort der Kulturgeschichte sind. Nach der gründlichen Restaurierung und Neuorganisation in den Jahren 1984 – 86 waren 20 Jahre später wieder Erneuerungsarbeiten vorzunehmen. Es ging darum, die Küche strenger gewordenen Auflagen anzupassen. Im Widerstreit verschiedener Interessen entschied man sich, den Inselsaal von 1919 einzumotten und in der darin eingebauten neuen Hülle die Küche den Anforderungen entsprechend zu erweitern: Ein Geschenkpaket, das spätere Generationen bei Bedarf auspacken können.

Neue Ansprüche waren auch in den im Laufe des 19. Jh. eingerichteten Gästezimmern und den neueren Personalzimmern zu befriedigen. Mehr und mehr erwies es sich als problematisch, Gesellschaften Zimmer unterschiedlicher Kategorien anzubieten. Es galt, in den geräumigen Stuben des 19. Jh. und den Räumen von 1986 Bäder einzubauen und mit der Möblierung den leicht antiquierten Eindruck der Urgrosselterngeneration zu korrigieren, alles aber unter grösstmöglicher Bewahrung der historischen Raumauskleidung und des wertvollen alten Mobiliars. Die Sanitärzellen wurden als zeitgenössische Möbel so in die Stuben gestellt, dass der Raumeindruck bewahrt blieb. Schonung der Bausubstanz bedeutete auch Verzicht auf «unsichtbare» Eingriffe in Mauerwerk und Konstruktionsholz aus Mittelalter und Neuzeit, auf Verletzungen von Raumauskleidungen. Das Resultat ist diskret und elegant, der «Inselgeist» ist bewahrt, aber für das 21. Jh. ertüchtigt worden.

Der Hof, räumliche Hauptqualität des Inselhauses, konnte neu organisiert und gestaltet werden, wobei man zum Einzelbaum in Hofmitte zurückkehrte. Hier wie in allen anderen landschaftlichen Fragen wirkte David Bosshard intensiv mit.

Eine weitere Aufgabe war es, den Self-Service so zu erneuern, dass sein Kunde nicht den Eindruck hat, er sei zweitrangiger Inselgast. Die Qualität des Raums und der Bezug zum See sind zu einem Gewinn für den Besucher geworden und haben den Aufenthalt attraktiv gemacht.

Die Stadt Bern kaufte im 19. und 20. Jh. erneuerungsbedürftige Altstadthäuser. Unter «Altstadtsanierung», die als öffentliche Aufgabe angesehen wurde, verstand man lange Zeit den vollständigen Ersatz der Bauten durch «Pseudo-Altstadtarchitektur». Mit der Ausschreibung eines Wettbewerbs zum Umbau der stark verbauten und verwohnten Häuser an der Brunngasse setzte die Stadt Bern im Jahr 2000 das Zeichen, dass die Qualität anders zu suchen sei. Das Eingabeprojekt brachte zwar den Auftrag , bedeutete aber eigentlich erst recht den Beginn der detaillierten Planungsarbeiten, gestützt auf intensive Bauforschung, wie sie nur im unbewohnten Zustand durchgeführt werden kann.

Das Resultat waren drei verschiedene Verhaltensweisen, obwohl das Kernproblem aller Bauten mit ihrer Gliederung in Vorderhaus, Hofbereich und Hinterhaus verwandt war: Die Trennung der allgemeinen Vertikalerschliessung von der individuellen Verbindung der Wohneinheiten über die Hofbereiche, da statt Kleinwohnungen grössere Einheiten angestrebt wurden. Brunngasse 54 war nicht nur in Vorder- und Hinterhaus, sondern sogar im Vorderhaus in zwei Kleinwohnungen pro Stock zerschnitten worden. Raumunterschlagungen mussten herausgetrennt und verbindende Passerellen über den Lichthof erstellt werden, die dank grossflächiger Stahl-Glas-Fassadierung den alten Hofraum als Ganzes erfassbar werden liessen. Im Haus Nr. 56 hätte gerade dieses Verhalten stark in die Wohnungsstrukturen eingegriffen; in Altstadthäusern ist ein hölzernes Treppenhaus oft wie ein Möbel eingefügt. Entsprechend konnte man die Treppe verschieben und so aus den alten Wohnungszugängen die Horizontalverbindung schaffen. Alle neuen Bauteile aus Lärchenholz-Mehrschichtplatten verknüpfen die Interventionen und harmonieren mit der alten Substanz. Das dritte Haus, Nr. 58, hatte bereits in Umbauphasen im 18. und 19. Jh. eine gewisse Systematisierung erfahren; hier galt es, das Licht im Hof zu führen und die Wohnungsabschlüsse zu ertüchtigen.

Zu den sich wiederholenden Aufgaben gehörte es, die historische Bausubstanz zu sanieren und die Raumauskleidungen zu restaurieren, heutige Komfortbedürfnisse zu erfüllen, die leeren Estriche auszubauen und möglichst allen Wohneinheiten benutzbare Aussenräume zur Verfügung zu stellen. Bis zum Bauabschluss im Mai 2004 liess die Suche nach individuellen, der Situation angepassten Lösungen nicht nach. Resultat sind nicht Bauten, die nach einheitlichem Schema saniert sind, sondern Altstadthäuser, die ihre von der Geschichte geprägte Struktur und Gestalt bewahrt haben. Ihre jüngste Bauphase bestimmten freilich ganzheitlich durchdachte Planungsschritte.

Baulücken im Kirchenfeld, das seinen Endausbau längst erreicht hat, sind selten geworden. Der Gryphen-hübeliweg ist freilich älter als die Kirchenfeldplanung, die den Weg integrierte, und wies einzelne ältere Bauten auf, die erst 1924 mit der kompakten Gruppe der Heimatstil-Nachbarbauten Nr. 15–41 ersetzt wurden. Für die Materialisierung des Neubaus, die im historistischen Quartier von zentraler Bedeutung ist, orientierte man sich an der älteren Bebauung in der Nachbarschaft, am keramischen Sichtstein. Die Erkenntnis, dass die Oberflächentextur ein weiteres wichtiges Merkmal dieser Architekturepoche ist, führte dazu, einen Stein mit breitem Farbspektrum zu wählen, das von Hellrot über Rotbraun zu Blauviolett changiert. Damit wurde ein Oberflächenspiel erzielt, das ein zeitgenössisches Äquivalent der Reliefierung und Oberflächendifferenzierung des Historismus ist. Der straffe würfelförmige Baukörper des Neubaus erscheint sowohl in den Einzelvillen wie auch in den Kopfbauten der jüngeren westlichen Mehrfamilienhäuser: Mit seiner Körnigkeit schliesst der Neubau die Lücke konform. Fensterdiversifizierungen nehmen die Freude der vorletzten Jahrhundertwende an der Vielfalt auf, sind hier jedoch einer strengen Disziplin unterworfen: senkrechte und waagrechte Schlitzfenster, durchlaufender senkrechter Fassadenschnitt für das Treppenhaus, ausgeschnittene Nordwestecke. Lockerer ist einzig die Ordnung der Wandöffnungen im Schutz der geräumigen Verandenanlage gegen Süden.

Der Bau bringt drei Etagenwohnungen, die von der doppelten Situation – Aussicht auf den Waldgürtel des Aarehangs und die Berner Altstadt nach Norden – Sonne und Licht von Süden – profitieren. Die Ver- schränkung von Wohnraum und Küche in der Westhälfte des Grundrisses optimiert den Tagesteil der Wohnungen mit gezielten Ausblickfenstern und der gegen Norden und Westen offenen inkorporierten Loggia, die die Südveranda sinnvoll ergänzt. Die drei parallelen Zimmer in der Osthälfte erhalten Morgenlicht, jenes im Südosten hat dazu Anteil an der Veranda. Der Neubau ist in das Quartier integriert, ohne jede Anbiederung und falsch verstandene Historisierung, wahrt aber mit zeitgenössischer Qualität wesentliche Eigenheiten der Nahumgebung.

Die Privatklinik Wyss hat eine lange Tradition, ist sie doch mit dem Gründungsjahr 1845 die älteste psychiatrische Klinik des Kantons. Im Laufe der Zeit entstanden die verschiedensten Bauten für diesen Zweck, vorherrschend blieb der lockere Charakter der kleinen Siedlung. Die eigentlichen Sanatoriums-bauten der Zeit um 1930 orientierten sich an der heimischen Landhausarchitektur. Grundlage für die Auseinandersetzung mit den organisatorischen und baulichen Fragen der Klinik bildete die ab 1997 erarbeitete Überbauungsordnung. Sie erlaubte, in einem langen Programm die zahlreichen Bauten zu erneuern, um sie für heutige Bedürfnisse zu ertüchtigen. Sowohl die Hotellerie wie auch die Therapie-räumlichkeiten mussten grundlegend verbessert werden.

Ein gesamtheitliches Sanierungskonzept über das Klinikareal schuf die Voraussetzung für die schrittweise Umsetzung. Als erstes entstand als Ausweichdomizil, bevor es dann eine eigene Wohngruppe aufnahm, das Birkenhaus, das das Klinikareal am Westrand als klarer zweigeschossiger Riegel unter Flugdach begrenzt. Seine mit Lärchenholz verkleideten Fassaden nehmen das Thema auf, das in der Folge alle Ergänzungs-bauten der Klinik charakterisiert und so einen stimmigen inneren Zusammenhang aller intervenierter Bauten schafft. In diesem Sinn wurde das mehrfach umgebaute Gartenhaus 1999 mit einem zweige-schossigen Anbau für das Restaurant versehen. Es folgte das Clarahaus von 1930, dann das Annahaus von 1863. Sein Anbau wurde ersetzt und das Haus mit einem traufseitigen Pavillon erweitert, das die Patienten-zimmer mit Küche und Wohnbereich ergänzt. Das Kasparhaus wurde 2003 und 2011 umgebaut. Das im Zentrum stehende grosse ehemalige Bauernhaus von 1890 wurde 2006 im Wohnteil zu Bürozwecken und im Scheunenteil in lockerer Art zu Atelier- und Gruppenräumen transformiert. Im Anschluss an seine grosse Einfahrt stand ein Stall, der durch einen zeitgenössischen Neubau ersetzt wurde. Insgesamt bewahrten alle Massnahmen den ländlichen, kleinmassstäblichen, menschlichen Rahmen, weitab von allem Spital- oder Klinikcharakter. Zentrum der Siedlung ist der von Clara- und Gartenhaus eingefasste «Dorfplatz», der

1999– 2000 mit dem Erweiterungsbau des Gartenhauses und der Anlage der quadratischen Terrasse mit ihrer Platanengruppe räumlich entschieden gestärkt wurde. Diese Massnahme wertete die Fassade des stattlichen Bauernhauses zu einem eigentlichen Blickpunktobjekt auf. Dorfplatz und die weitläufigen Gartenanlagen im Umgebungsgürtel sind das einprägsame Charakteristikum der Siedlung.

Das Einfamilienhaus befindet sich im Bahnhofquartier von Herzogenbuchsee. Das zwischen 1863 bis 1873 weitgehend nach den Plänen von Ingenieur Robert Moser realisierte Quartier ist von spätklassizistischen Villen mit parkartigen Gärten geprägt. Im Gegensatz zur bestehenden Villa von 1910, welche reichhaltig dekorierte Details aufweist, ist der Neubau in seiner Erscheinung und Organisation schlicht und schnörkellos.

Analog zur bestehenden Villa gliedert sich das Gebäudevolumen in einen Hauptbaukörper und einen Anbau. Der eigenständige Holzrahmenbau ist allerdings im Volumen und der Materialisierung dem Bestand untergeordnet. Der offene Erdgeschossgrundriss mit den klaren Sichtbezügen und der grossen Verglasung ermöglicht einen nahtlosen Übergang von Innen- und Aussenraum. Im Obergeschoss sind in klassischer Nord-Süd-Typologie die vier Schlafzimmer angeordnet. Das Ergebnis zeigt, dass das Einfamilienhaus als Element der Verdichtung, z. B. in Villenquartieren, durchaus seine Berechtigung haben kann.

Eine zentrale Frage war die Vertikalerschliessung. Das 1862 angeklebte Treppenhaus beeinträchtigte die Silhouette des Turms als Ganzes und war in Riegbauweise in einem schwer sanierungsfähigen Zustand. Anderseits war es ein wichtiges Zeugnis für die den Turm letztlich rettende Umnutzung zum Mietshaus. Zuletzt obsiegte die Haltung, auf den Treppenannex ebenso wie auf eine neue Treppe im Inneren zu verzichten, dafür die Treppe im Anbau zu nutzen und sie auf dessen Dachterrasse in Stahlbau zu ergänzen, um den Turm ganz zu erschliessen. Hier waren mit dem Wechsel der Erschliessung aus vier gekammerten Etagen zwei Duplexwohnungen mit interner Treppe zu organisieren und auszustatten, dazu aus einem Turmgrundriss ein Atelier und ein Loft; ein weiterer entstand im Anbau, die drei dortigen grossen

5 1/2-Zimmer-Wohnungen wurden beibehalten. Gestalterisch anspruchsvoll sind die in Raummitte oder auf die Terrasse gestellten Treppen und die Neuformulierung der freigelegten Turmseite, die neben den historischen Scharten moderne Schlitzfenster erhielt. Alle sehr vernachlässigten Fassaden waren sorgfältig zu restaurieren. Dabei war der Umstand zu berücksichtigen, dass die zahlreichen beibehaltenen Mietshausfenster des 19. Jh. den wiederhergestellten Turmcharakter nicht durchkreuzen durften. Ausser der selbstverständlichen statischen Sanierung, der Gesamterneuerung von Haustechnik, Küchen und Sanitäranlagen galt es die Grosswohnungen im Anbau, die auch in den Oberflächen beibehalten wurden, sorgfältig zu restaurieren. Die Keller konnten durch eine aus dem Fels (daher Felsenburg!) gebohrte Wendeltreppe neu erschlossen werden. Das höchst anspruchsvolle Unternehmen hat der alten Stadt eines der markantesten Gebäude zurückgegeben.